Wie alles begann

Auslöser für die Erstellung dieser Seite waren meine Erlebnisse vom 5. und 6. Juni 2007. An diesen beiden Tagen verlor ich nahezu 2 Stunden meines Lebens an die Managementqualität der österreichischen Bundesbahn. Für das Befahren einer Strecke (insgesamt 4 Mal), welche im besten Fall pro Fahrtrichtung 47 Minuten benötigt.

Tatsächlich kann ich diesen Fall nur in einer Richtung nutzen, in der anderen sind es von vornherein schon 90 Minuten! Somit verbringe ich gezwungenermaßen jeden Tag schon 137 Minuten in Abhängigkeit von der ÖBB.

Das heißt nun wiederum, ich habe an zwei Arbeitstagen eine Verspätung aufgebaut, welche im Prinzip meinem Reisebedarf für fast einen ganzen weiteren Tag beträgt!

Und dabei wäre ein großer Teil dieser Verspätungen vermeidbar, zum Beispiel durch entsprechende, zeitgerechte Information der Reisenden. Aber Information ist offensichtlich ein Fremdwort, wenn sogar der Informations-Stand (Info-Point) am Wiener Südbahnhof Reisende weiterhin - weniger als 5 Minuten vor Planabfahrt - an eine ausgefalle Zugsverbindung verweist. Wofür die auskunft-erteilenden Mitarbeiter zwar nichts können, aber dann auch noch unter Umständen als Blitzableiter für den berechtigten Ärger der Kunden dienen dürfen.

Andererseits, was soll man von einem Unternehmen erwarten, welches tatsächlich die Idee gebar, Einschulungen für die Benutzung der Fahrscheinautomaten anzubieten! Anstatt auf den allerdings vielleicht zu trivialen Gedanken zu verfallen, besagte Automaten einfacher und übersichtlicher zu gestalten.

Unwetter über Ost-Österreich

Am 21. Juni 2007 gab es über Ost-Österreich ein schwereres Unwetter. Noch keine Katastrophe per se - jetzt einmal von bedauerlichen Einzelschicksalen abgesehen -, es stürzten einige Bäume oder Baumteile ab. Natürlich ist durch so etwas auch der Bahnbetrieb betroffen. Mit Verspätungen ist zu rechnen.

Das ist ja wohl klar, und darüber an sich würde sich wohl kaum jemand aufregen. Aber:

Was das Ganze erst zur Krise macht, sind die überragenden Management-Fähigkeiten der Bundesbahn. Wenn mehr als drei Stunden Verspätung aufgebaut werden, wäre doch zu erwarten, daß die Passagiere irgendwelche zielführenden Informationen erhalten. Diese bekommt allerdings nicht einmal der Schaffner! Wobei zielführend ja implizit voraussetzt, daß ein Ziel exisitert, und damit auch ein Plan, wie vorzugehen sei.

Ein vermutlich unverschämtes Ansinnen, schließlich ist es ja viel wahrscheinlicher, daß Außerirdische vor dem Parlament landen um Csárdás zu tanzen, als das jemals auch nur ein einziger Baum den Gleiskörper blockiert oder die Oberleitungen beschädigt!

Verspätungen im Juli 2007

Nun wird es ernst. Dieses Monat lege ich beruflich bedingt eine andere Route zurück. Dafür habe ich mir den entsprechenden Fahrplan mit Umsteigezeiten von den Service-Seiten ausgedruckt.

Die geplante Abfahrt in Niederkreuzstetten erfolgt jeweils um 6:19, 7:24, oder 8:22, die Plan-Ankunft in Wien-Handelskai ist vorgesehen für 7:04, 8:06 resp. 9:04. Dort muß der Anschluß (S45) mit der Abfahrtszeit X:14 unbedingt erreicht werden. Wenn alles klappt, stellt das Ganze eigentlich kein Problem dar, dann sollte die Haltestellen Breitensee um X:34 erreicht werden.

Beachtlich geschickt ist hier von den Bundesbahnen die Zeitfalle platziert worden. Es ist scheinbar nicht möglich, gleichbleibende Abfahrtszeiten - für eine im "Stunden(un)takt" fahrenden Zugsverbindung - nach der vollen Stunde zu wählen. Also für die Herr und Damen von der Bahn langsam und zum Mitschreiben: 6:20, 7:20, 8:20 oder so. Aber offensichtlich sind hier wieder einmal einige besonders brillante Geister am Werk! Gibt es für dieses Übermaß an Kundenfreundlichkeit eigentlich Prämien?